FachPack 2019 ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit

Symbolbild Trendthema Nachhaltigkeit (c) Olaf Schülke/SZ Photo

FachPack 2019 ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit

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Das Thema bewegt die Branche zurzeit wie kein zweites und ist deshalb Leitthema der diesjährigen FachPack. Die NEUE VERPACKUNG blickt auf die Fachmesse der Verpackungsindustrie voraus.

„Umweltgerechtes Verpacken“ im Fokus

Es wird eine ganz besondere Fachpack in diesem Jahr – so viel steht bereits jetzt fest. Denn nicht nur feiert die euro­päische Verpackungsmesse ihren 40. Geburtstag, sondern wartet auch mit einer Premiere auf: Mit „Umweltgerechtes Verpacken“ ruft die Messe erstmals ein Leitthema aus.

Schon in den 80er- und 90er-Jahren demonstrierten Bürger gegen die Abfallflut und für mehr Umweltschutz. Verpackungsverordnungen, Dosenpfand und Duale Systeme waren die Folge. Die Diskussion um umweltgerechtes Verpacken ist nicht neu, hat aber mit „Ocean Littering“ und der öffentlichen Plastik-Debatte einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Fachpack hat deshalb im Jahr 2019 das Leitthema „Umweltgerechtes Verpacken“ ausgerufen. Es soll Unternehmen aus der Verpackungsindustrie ermöglichen, ihre Lösungen und Ansätze auf der Messe vorzustellen und mit ihren Kunden zu diskutieren: an den Ständen, in Vortragsforen, auf Sonderschauen und bei Preisverleihungen. Doch was bedeutet „Umweltgerechtes Verpacken“ genau? Und was gibt es dazu auf der Fachpack vom 24. bis 26. September 2019 im Messezentrum Nürnberg zu sehen? Dies und weiteres war Thema der Fachpresse-Exkursion, die in diesem Jahr am 4. und 5. Juni in Berlin stattfand.

Das Thema greifbar machen

„Um das Leitthema ‚Umweltgerechtes Verpacken‘ greifbarer zu machen, haben wir es in vier Bereiche unterteilt“, erklärt Cornelia Fehlner, Leiterin der Fachpack bei der Nürnberg Messe. „Konkret geht es um recycelte Verpackungen, ressourcenschonende Materialien, Mehrwegverpackungen und -systeme und neue umweltschonende Prozesse.“ Produkte, die zu einer oder mehreren dieser vier Kategorien passen, sind in der Aussteller- und Produktdatenbank auf der Fachpack-Webseite speziell markiert. So können sich Besucher, die sich beispielsweise für recycelte Verpackungen interessieren, eine Liste mit allen relevanten Produkten von Unternehmen zu diesem Thema erstellen und sich schon vorab informieren. Auch auf der Messe werden die Aussteller der vier Leitthema-Kategorien speziell gekennzeichnet und damit für das interessierte Publikum leicht auffindbar sein.

Auf der die Exkursion einläutenden Pressekonferenz stellte Kim Cheng, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts, verschiedene Studien vor, die das Institut rund um das Thema Nachhaltigkeit anfertigen ließ. Eine der interessantesten Erkenntnisse war sicherlich, dass sich zwar die Hälfte der Befragten Sorgen um die Umweltbilanz von Verpackungen macht, sich gleichzeitig aber bei Themen wie Mülltrennung überfordert beziehungsweise schlecht informiert fühlt. Die Sensibilität für das Thema ist also in der Bevölkerung vorhanden. Die Industrie – und hier allen voran die Markenartikler – muss aber noch Wege finden, die Konsumenten schlüssig aufzuklären, wie ihre Verpackungen umweltgerecht zu entsorgen sind. Dies liegt nicht nur aus Sicht der Nachhaltigkeit im Interesse der Hersteller: In einer Studie gaben 70 Prozent der Konsumenten an, nicht-nachhaltige Verpackungen im Regal stehen zu lassen.

300.000 Fehler pro Sekunde

Nach der deutschen, brachte Michael Nieuwesteeg, Secretary European Packaging Institutes Consortium (Epic), die europäische Perspektive nach Berlin: „Europa hat viele Stärken, aber auch viele Schwächen. Wichtig für unseren Erfolg ist es, eine gemeinsame Sprache zu finden.“ Und stellt eine Überschlagsrechnung an: Abgeleitet vom Umsatz der Verpackungsindustrie, gibt es pro Sekunde 300.000 Aktionen, die unter „verpacken“ laufen. „Wenn wir also in unseren Prozessen einen Fehler machen, dann machen wir diesen pro Sekunde 300.000-mal.“ Zum Vergleich: Google erzeugt pro Sekunde 60.000 Ergebnisse. Als eines der Problemfelder, die Europa in den Fokus nehmen sollte, nennt Michael Nieuwesteeg das aktuelle Ungleichverhältnis zwischen Sammlung und Recycling: Nach China verweigern immer mehr Staaten die Aufnahme von europäischem Abfall. Hier müsse Europa reagieren und die Kreislaufwirtschaft stärken, beispielsweise mit Initiativen wie der aktuellen Diskussion um Einwegartikel.

Zwölf Hallen und wachsende Internationalisierung

Belegen wird die Fachpack in diesem Jahr insgesamt zwölf Hallen auf dem Messegelände in Nürnberg, wobei wie gewohnt im südlichen Bereich der Fokus auf Verpackungsmaschinen und Logistik liegt, im nördlichen Teil des Messegeländes finden Besucher die Verpackungen – sie machen insgesamt 54 Prozent der Aussteller aus. Die sich präsentierenden Unternehmen kommen dabei zu 36 Prozent aus dem europäischen Ausland, drei Viertel der Aussteller haben ihren Sitz in der DACH-Region.

Packbox und Techbox mit täglich wechselnden Themen

Aber nicht nur an den Messeständen können sich Interessierte zum Leitthema informieren, auch in den beiden Foren bei rund 70 Fachvorträgen an allen drei Messetagen. Im Forum Packbox in Halle 7, in dem es generell um die Themen Verpackungen, Verpackungsdruck und -veredelung geht, steht vor allem der erste Messetag, 24. September 2019, ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Dazu drei Beispiele: Hochaktuell sind die Beiträge der IK Indus­trievereinigung Kunststoffverpackung, in denen es um Eco-Design, Recyclingziele und Rohstoffnutzung sowie die Grundfrage des Images und des Rufes von Kunststoffverpackungen geht. Die World Packaging Organization (WPO) vermittelt in ihren Länderslots den aktuellen Stand der Circular Economy in Europa. Über die Frage „Ist Holz der Klimaretter bei den Packmitteln, und wie werden Nachhaltigkeitsaktivitäten sichergestellt?“ diskutieren Experten von HPE im Themenbereich Packaging from Nature. Das Forum Techbox in Halle 4 fokussiert sich auf Verpackungstechnologie und Logistik, beleuchtet aber auch das Thema Recycling. Das Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV beispielsweise befasst sich ausführlich mit den aktuellen technologischen Herausforderungen von recyclingfähigen Verpackungen. Bioabbaubare, nachhaltige, neue Packstoffe stehen im Mittelpunkt eines weiteren Vortragsslots. Das Packaging Excellence Center (PEC) beschäftigt sich mit der Frage, wie der ökologische Fußabdruck von Anlagenbetreibern durch nachhaltige Konzepte reduziert werden kann.

Neu ist in diesem Jahr, dass das Rahmenprogramm von Packbox und Techbox täglich wechseln. Das komplette Programm finden Sie unter www.fachpack.de/programm.

 

Zum Artikel in der Fachzeitschrift neue verpackung

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